Claudiana - Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Ergotherapie - Was bietet sie heute und in Zukunft?
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Ergotherapie: Definition / Beschreibung
Die Klienten der Ergotherapie
Das Kerngeschäft
der Ergotherapie

Die Kern- kompetenzen der Ergotherapie
Die Angebote der Ergotherapie
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Die Angebote der Ergotherapie
Die Ergotherapie macht Angebote für Menschen in allen Lebensphasen, sowohl in der Akutbehandlung/Rehabilitation als auch in der Sekundär- und Tertiärprävention und in Zukunft zunehmend auch in der Gesundheitsförderung/ Primärprävention.

Die Angebote betreffen die Lebensbereiche Produktivität, Selbstversorgung und Freizeit/Erholung. Die ergotherapeutischen Interventionen umfassen die ergotherapeutische Diagnostik/Abklärung, die Beratung und die Therapie bzw. das Angebot von durchzuführenden Maßnahmen.

Im Folgenden sind typische Beispiele zu allen Bereichen der Ergotherapie aufgeführt. Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Sie gibt einen beispielhaften Einblick in die Vielfalt der ergotherapeutischen Angebote.


5.1 Angebote für Kinder und Jugendliche

5.1.1 Angebote der Akutbehandlung/Rehabilitation/ Sekundär- und Tertiärprävention

Lebensbereich Selbstversorgung/Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Ergotherapeutische Diagnostik: Ergotherapeutinnen erfassen, ob die Selbständigkeit eines Kindes altersentsprechend ist, z.B. was seine Selbstversorgung betrifft.
  • Beratung: Ein Kind, z.B. mit rheumatischer Erkrankung, und dessen Bezugspersonen erhalten Tipps zur Nutzung von Schienen und Hilfsmitteln zur Erleichterung der täglichen Abläufe und zur Verhütung einer Verschlimmerung (z.B. Lagerungsschiene für die Nacht, Schreibhilfe und Besteckanpassungen). Außerdem bekommen sie Anregungen zu spezifisch ausgewählten, kindgerechten, lustvollen Betätigungen.
  • Therapie: Mit Unterstützung der Ergotherapeutin erlernt z.B. das halbseitig gelähmte Kind in der konkreten Alltagssituation das Aus- und Anziehen, Zähneputzen, Essen usw.
Lebensbereich Produktivität
  • Ergotherapeutische Diagnostik: Ergotherapeutinnen erfassen mithilfe von Messinstrumenten Elemente der kindlichen Handlungsfähigkeit, z.B. körperliche (grob-, fein- und graphomotorische), kognitive (z.B. Konzentration), emotionale (z.B. Motivation) und soziale Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für einen Kindergarten- und Schulbesuch notwendig sind.
  • Beratung: Ergotherapeutinnen beraten Bezugspersonen und Pädagogen bei Fragestellungen z.B. zur Stifthaltung und -führung, die im Kindergarten-/Schulalltag auftreten. Sie machen bei Problemen gezielte Lösungsvorschläge.
  • Therapie: Jugendliche mit Lernstörungen werden im Rahmen ihrer beruflichen Integration sowohl durch Training der für die zukünftige Arbeit notwendigen Fähigkeiten als auch durch konkrete Belastungserprobung unterstützt.
Lebensbereich Freizeit/Erholung
  • Ergotherapeutische Diagnostik: Durch den gezielten Einsatz von spezifischen Fragebögen erfasst die Ergotherapeutin z.B. Erholungs-, Aktivitätsphasen, Schlafgewohnhei ten und die Gestaltung der Freizeit eines depressiven Kindes oder Jugendlichen.
  • Beratung: Ergotherapeutinnen beraten z.B. Eltern von Kindern mit Entwicklungs- und Lernstörungen bezüglich sinnvoller, entwicklungsfördernder, aktiver und erholsamer Gestaltung der Freizeit, um gegenüber der übermäßigen Anstrengung in der Schule den notwendigen Ausgleich zu schaffen.
  • Therapie: Das Kind z.B. mit zerebraler Bewegungsstörung erhält im Rahmen der Ergotherapie spezifische Vorbereitung, um seinen ersehnten Freizeitbetätigungen nachgehen zu können. Ggf. wird ein dafür notwendiges Gerät adaptiert oder ein Hilfsmittel ausgesucht und der Umgang damit geübt.
5.1.2 Neue Angebote der Gesundheitsförderung/ Primärprävention

Beratung
  • Ergotherapeutinnen sind kompetente Ansprechpartner in der Planung und Adaptierung entwicklungsfördernder, kindgerechter Gestaltung von Kindergärten und schulischer Einrichtungen, z.B. bezüglich Reizumgebung, Materialauswahl und Sitzmöbel, zur Vorbeugung von Haltungsschäden und Entwicklungsstörungen.
  • Ergotherapeutinnen beraten Bezugs- und Betreuungspersonen von Säuglingen und Kleinkindern bezüglich wahrnehmungs- und entwicklungsfördernder Handhabung beim Baden, Wech seln von Kleidung, Anbieten von Nahrung und bei der Gestaltung des Alltags.
  • Eltern und andere Interessierte erhalten Beratung zur entwicklungsfördernden Freizeitgestaltung von Kindern in Bezug auf Erholung und spielerische Entwicklung aller Sinne zu Hause und in der Natur.
Maßnahmen
  • Ergotherapeutinnen führen mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen einzeln oder in Gruppen Maßnahmen zur Stärkung der körperlichen, kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten durch. Damit beugen sie möglichen Problemstellungen wie z.B. Schulproblemen, psychosomatischen Begleitstörungen usw. vor.
  • Ergotherapeutinnen bieten in pädagogischen Einrichtungen Aktivitäten zur Unterstützung der Entwicklung eines gesunden Betätigungs- und Bewegungsverhaltens der Kinder an und beugen so z.B. Haltungsschäden oder Übergewicht vor.
  • Durch Angebote zur sinnvollen Freizeitbetätigung für Jugendliche tragen Ergotherapeutinnen zur Vorbeugung von sozialer Deprivation und Straftaten bei.

5.2 Angebote für Menschen im Erwerbsalter

5.2.1 Angebote der Akutbehandlung/Rehabilitation/ Sekundär- und Tertiärprävention

Lebensbereich Selbstversorgung/Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Ergotherapeutische Diagnostik: Ergotherapeutinnen klären, ob ein Klient z.B. nach einem Schlaganfall seinen Körper selbständig pflegen oder die Einkäufe für den täglichen Bedarf selbst erledigen kann.
  • Beratung: Ergotherapeutinnen beraten z.B. Klienten mit Multipler Sklerose über die Umgestaltung des Wohnbereiches oder über den Einsatz von Hilfsmitteln.
  • Therapie: Ergotherapeutinnen unterstützen z.B. Klienten mit Schizophrenie darin, Strategien zur Gestaltung der Tagesstruktur zu entwickeln und umzusetzen.
Lebensbereich Produktivität
  • Ergotherapeutische Diagnostik: Ergotherapeutinnen erfassen mit geeigneten Messinstrumenten, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten ein Mensch z.B. nach einem Schädelhirntrauma wieder aufbauen muss, um in seinen Beruf zurückkehren zu können (z.B. zeitliche Organisation, Einsatz von Objekten/Werkzeugen, Nutzung des zur Verfügung stehenden Raums, beidhändiges Manipulieren, Handlungsplanung).
  • Beratung: Ein Klient, der z.B. bei einem Arbeitsunfall seine rechte Hand verloren hat, kann nur noch einhändig arbeiten. Die Ergotherapeutin berät ihn und/oder dessen Arbeitgeber, wie der Arbeitsplatz an diese neue Situation angepasst werden kann.
  • Therapie: Ergotherapeutinnen üben mit dem Klienten z.B. bei einer rheumatischen Erkrankung die Handlungsund Bewegungsabläufe, die er für seine Alltagsanforderungen benötigt. Durch gelenkschonendes Verhalten lernt er, Schmerzzustände zu vermeiden.
Lebensbereich Freizeit/Erholung
  • Ergotherapeutische Diagnostik: Ergotherapeutinnen klären z.B. bei Klienten mit Herz-Kreislauferkrankungen ab, welche Freizeitaktivitäten für sie bedeutsam sind und welche sie trotz körperlicher Einschränkungen weiter pflegen wollen und können.
  • Beratung: Ergotherapeutinnen beraten den Klienten z.B. über die Möglichkeiten, mit dem Rollstuhl zu reisen.
  • Therapie: Ergotherapeutinnen entwickeln und üben z.B. zusammen mit Menschen mit chronischen physischen oder psychischen Erkrankungen und Behinderungen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, um ihre Teilhabe (Partizipation) an einer sozialen Gemeinschaft zu fördern.
5.2.2 Neue Angebote der Gesundheitsförderung/ Primärprävention

Beratung
  • Ergotherapeutinnen beraten z.B. Firmen bei der Optimierung von Arbeitsabläufen bezüglich körperlicher (z.B. Ergonomie), psychischer (z.B. Arbeitsrhythmus), kognitiver (z.B. Arbeitstempo, Komplexität) und sozialer (z.B. Konfliktmanagement) Anforderungen. Dabei wird insbesondere die Generation „50+“ berücksichtigt, die künftig länger im Arbeitsmarkt bleiben wird.
  • Ergotherapeutinnen beraten z.B. Gemeinden und/oder Architekten bezüglich der barrierefreien Gestaltung von öffentlichen Gebäuden und Plätzen.
  • Ergotherapeutinnen beraten z.B. Bauherren bezüglich barrierefreien Wohnungsbaus oder Klienten zwecks ergonomischer Einrichtung des Wohnraumes.
  • Ergotherapeutinnen klären z.B. für Reiseveranstalter ab, ob die Reisebedingungen an einer bestimmten Destination für körperbehinderte Menschen geeignet sind.
  • Ergotherapeutinnen beraten Arbeitgeber, Institutionen und Privatpersonen in ergonomischen Fragen, z.B. pflegende Angehörige über den optimalen Umgang mit ihrem erkrankten Familienmitglied.
  • Ergotherapeutinnen beraten z.B. Manager bzgl. der Balance von Ressourcen und Anforderungen, um Stresssymptome oder Burn-out zu vermeiden.
  • Ergotherapeutinnen führen Reihenuntersuchungen durch zur Früherkennung und Prophylaxe von Risikofaktoren für Einschränkungen der Handlungsfähigkeit und Krankheiten, z.B. bezüglich Gelenkschmerzen oder Rheuma, für Menschen mit gefährdenden Tätig keiten (z.B. Hausfrauen, Landwirte) bzw. deren Arbeitgeber.
Maßnahmen
  • Ergotherapeutinnen führen für alle Interessierten Kurse und Beratung zum Thema „Gesunder Alltag durch Betätigung“ durch.
  • Um Migranten eine optimale Integration in die Kultur des Einwanderungslandes zu ermöglichen, entwickeln Ergotherapeutinnen spezifische Beratungs- und Schulungsangebote (z.B. über die im Alltag bedeutsamen Handlungen).
  • Um Betätigungsmangel mit seinen negativen Auswirkungen zu verhindern, bieten Ergotherapeutinnen z.B. speziell für Menschen am Übergang zur Rente oder bei (drohender) Erwerbslosigkeit Beratung an: Sie erfassen deren Interessen und Fähigkeiten und unterstützen sie darin, geeignete tagesstrukturierende Betätigungen aufzubauen.
  • Ergotherapeutinnen überprüfen die Fahrtauglichkeit bei Verdacht auf Einschränkungen. Sie beraten z.B. Menschen mit Körperbehinderung über geeignete Adaptationen des Fahrzeugs und trainieren – evtl. in Kooperation mit Fahrlehrern – dessen eigenständige Hand habung.
  • Ergotherapeutinnen bieten z.B. im Strafvollzug die Gestaltung und Strukturierung von Tages- und Wochenabläufen an, z.B. um einem Mangel an Betätigung vorzubeugen und Wiedereingliederung vorzubereiten.

5.3 Angebote für ältere/alte Menschen

5.3.1 Angebote der Akutbehandlung/Rehabilitation/ Sekundär- und Tertiärprävention

Lebensbereich Selbstversorgung/Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Ergotherapeutische Diagnostik: Durch eine entsprechende Erfassung klärt die Ergotherapeutin, wo die Schwierigkeiten für einen z.B. an einer Depression leidenden Menschen in Bezug auf seine Selbstversorgung liegen.
  • Beratung: Steht der Entlassungstermin fest, macht die Ergotherapeutin gemeinsam mit dem Klienten z.B. mit einer Beinamputation bzw. seinen Bezugspersonen einen Hausbesuch, um abzuklären, welche Hilfsmittel und Veränderungen notwendig sind, um die Selbständigkeit in den eigenen vier Wänden zu erhalten.
  • Therapie: Bei beginnender Demenz werden mithilfe der Ergotherapeutin Strategien eingeübt, damit Handlungsabfolgen z.B. beim Anziehen (zuerst die Hose, dann die Schuhe) weiterhin befolgt werden können.
Lebensbereich Produktivität
  • Ergotherapeutische Diagnostik: Die Ergotherapeutin klärt die Handlungsfähigkeit des von einem Schlaganfall betroffenen älteren Menschen mit geeigneten Messinstrumenten ab, z.B. seine Fähigkeit, adäquat mit alltäglichen Gegenständen zu hantieren.
  • Beratung: Die Ergotherapeutin berät z.B. die durch Wirbelbrüche (Osteoporose) stark eingeschränkte Klientin, wie sie ihr Umfeld und ihren Alltag gestalten kann, damit sie ihr Enkelkind weiterhin regelmäßig betreuen kann.
  • Therapie: Wahrnehmung und Motorik einer Klientin mit einer Halbseitenlähmung werden gezielt gefördert, damit sie z.B. wieder selbständig Kuchen backen kann.
Lebensbereich Freizeit/Erholung
  • Ergotherapeutische Diagnostik: Macht eine Erkrankung den Eintritt ins Altenheim notwendig, klärt die Ergotherapeutin ab, ob der Klient aufgrund seiner aktuellen Handlungsfähigkeit weiterhin an seinen bisherigen Freizeitaktivitäten teilnehmen kann und will.
  • Beratung: Die Ergotherapeutin berät z.B. Angehörige von Menschen mit einer Parkinson-Erkrankung, welche Möglichkeiten der gemeinsamen sinnvollen Freizeitgestaltung und Erholung bestehen.
  • Therapie: Die Ergotherapeutin bietet z.B. für Klienten mit degenerativen Erkrankungen Angebote wie Küchentraining, handwerkliche/kreative Tätigkeiten oder Gartenarbeiten an. Diese am Alltag orientierte Therapie ermöglicht es den Betroffenen, ihre verbliebene Handlungsfähigkeit zu erleben und darüber Freude zu empfinden.
5.3.2 Neue Angebote der Gesundheitsförderung/ Primärprävention

Beratung
  • Ergotherapeutinnen erstellen Fähigkeits-, Ressourcen und Anforderungsanalysen für Senioren, die gesellschaftliche Aufgaben übernehmen möchten, damit sie ihre Kompetenzen bestmöglich einsetzen und aktiv bleiben können (z.B. im Rahmen von ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe, Talentbörse, Kinderbetreuung, Gartenpflege, Mithilfe im Altenheim, Expertentätigkeit).
  • Ergotherapeutinnen beraten ältere Menschen beim Austritt aus dem Erwerbsleben im Hinblick auf eine zufrieden stellende Gestaltung ihrer neuen Rolle.
  • Ergotherapeutinnen erstellen z.B. Gutachten in Bezug auf die Selbständigkeit bzw. den Betreuungsbedarf älterer Menschen (z.B. Haushaltsarbeit, Kochen, Geld- und Zeitmanagement).
  • Ergotherapeutinnen beraten Einzelpersonen und sensibilisieren Seniorengruppen zu unterschiedlichen Themen wie: „Sicheres Wohnen im Alter“, „Sturzprävention“, „Haushalt leicht gemacht“.
  • Ergotherapeutinnen klären z.B. für Reiseveranstalter ab, ob die Reisebedingungen an einer bestimmten Destination für ältere/alte Menschen geeignet sind bzw. welches Anforderungsprofil erforderlich ist.
Maßnahmen
  • Ergotherapeutinnen bieten Training für ältere und alte Menschen zur Stärkung von körperlichen, kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten an. Durch eine frühzeitige ergotherapeutische Intervention kann sekundären Problemstellungen (wie z.B. orthopädischen Folgeschäden, psychischen Störungen usw.) vorgebeugt werden.
  • Ergotherapeutinnen bieten Workshops für ältere und alte Menschen zu unterschiedlichen Themen an, die gesundes Tätigsein z.B. im Haushalt oder bei handwerklichen Tätigkeiten fördern. Beispiele: „Sicheres Wohnen im Alter“ – Gefahrenquellen erkennen, individuelle Lösungsmöglichkeiten finden; „Sturzprävention“ – Bewegung, Gefahrenquellen und Hilfsmittel; „Haushalt leicht gemacht“ – eigene Kräfte und Fähigkeiten einschätzen lernen und optimal nutzen.
  • Ergotherapeutinnen bieten Gruppen- und Einzelaktivitäten für jene Senioren an, die aufgrund ihrer individuellen Situation nicht an den „üblichen Seniorenangeboten“ teilnehmen können. Individuelle Neigungen und Vorlieben für Freizeit, Beschäftigung/ Betätigung und Erholung werden aufgegriffen und gezielte Angebote erstellt/gesucht.

5.4 Weitere Angebote
  • Ergotherapeutinnen beraten Bauherren, Architekten, Gemeinden und Institutionen in Bezug auf eine Gestaltung von Gebäuden und der Umgebung, welche Gesundheit, Handlungsfähigkeit, Teilhabe (Partizipation) und Lebensqualität fördert.
  • Ergotherapeutinnen arbeiten mit an der (Weiter-)Entwicklung von ergonomischen Gebrauchsgegenständen wie Werkzeuge, Mobiliar usw.
  • Ergotherapeutinnen arbeiten in der Herstellungs- und Verarbeitungsindustrie an der (Weiter-)Entwicklung von Hilfsmitteln, z.B. von Rollstühlen oder Umweltkontrollsystemen.
  • Ergotherapeutinnen erstellen Gutachten für Versicherungen. Sie beurteilen, ob und wieweit sich eine unfallverletzte Person selbständig versorgen kann (z.B. berufliche Tätigkeit, Haushaltsarbeit, Kochen, Geld- und Zeitmanagement).
  • Ergotherapeutinnen erstellen und pflegen z.B. für Gemeinden Register von barrierefreien Wohn- und Arbeitsplätzen und vermitteln diese an Menschen, die solche suchen.
  • In einem gemeindenahen Zentrum (z.B. „Zentrum für unabhängiges Leben“ als Station für mobile Dienste) bieten Ergotherapeutinnen beispielsweise Hilfsmittelberatung und -versorgung sowie Schienenversorgung an. Dazu arbeiten sie mit geeigneten Firmen und Dienstleistern (z.B. Orthopädietechnikern) zusammen.
  • Ergotherapeutinnen kreieren oder betreuen in Wohn- oder Lebensgemeinschaften Angebote zur Förderung subjektiv bedeutsamer Betätigungen. Beispielsweise können Kinder und ältere Menschen in Seniorenheimen mit integriertem Ganztags-Kindergarten unter Begleitung der Ergotherapeutin an gemeinsamen Projekten arbeiten (z.B. Umgang mit Tieren, Garten, Kreatives Gestalten, Kochen). So profitieren die Kinder von den Erfahrungen der älteren Menschen, die Eltern evtl. von einem reduzierten Betreuungsaufwand und die älteren Menschen von sinnvollen Betätigungsmöglichkeiten.
  • Ergotherapeutinnen informieren die Öffentlichkeit z.B. über gesundheitsförderliches Betätigungsverhalten oder bestimmte Erkrankungen und ihre Auswirkungen auf den Alltag. Dies erfolgt zum Zweck der Gesundheitsförderung und Prävention, der Förderung der Selbsthilfe bei bereits bestehenden Beeinträchtigungen sowie zur Reduktion von Stigmatisierungen.
  • Ergotherapeutinnen arbeiten mit obdachlosen Menschen, z.B. indem sie diese beim (Wieder-)Aufbau von Grundlagen der Selbstversorgung (Ernähren, Kleiden, Wohnen) und/oder bei der Wiederentdeckung und -gewinnung der Produktivität durch das Arrangement ressourcenorientierter niedrigschwelliger Arbeitsmöglichkeiten unterstützen.
Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Durch den alltags- und handlungsorientierten Ansatz der Ergotherapie sind diverse weitere Angebote denkbar.